Stonehenge: Die erstaunliche Präzision eines prähistorischen Observatoriums
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2. Astronomische Ausrichtungen in Stonehenge

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Eine der faszinierendsten Eigenschaften von Stonehenge ist seine offensichtliche Verbindung zu kosmischen Ereignissen. Die Anlage des Monuments deutet auf ein umfassendes Wissen über astronomische Phänomene hin, das weit über das hinausgeht, was man in einer neolithischen Gesellschaft erwarten würde. Die bekannteste dieser Ausrichtungen ist die zur Sommersonnenwende bei Sonnenaufgang und zur Wintersonnenwende bei Sonnenuntergang.
Die Hauptachse von Stonehenge zeigt nach Nordosten und liegt genau in der Richtung des Sonnenaufgangs zur Sommersonnenwende. An diesem Tag geht die Sonne exakt über dem Heel Stone auf, einem großen, unbehauenen Stein außerhalb des Hauptkreises. Der Strahl der aufgehenden Sonne wäre durch das zentrale Trilithen (zwei aufrechte Steine, die einen horizontalen Sturz tragen) gefallen und hätte den Altarstein in der Mitte des Monuments getroffen.
Zur Wintersonnenwende geht die Sonne im Südwesten unter und wird, vom Zentrum des Steinkreises aus betrachtet, exakt vom größten Trilithen eingerahmt. Diese präzise Ausrichtung hätte es antiken Beobachtern ermöglicht, die jährlichen Wendepunkte mit großer Genauigkeit zu bestimmen.
Doch die astronomische Bedeutung von Stonehenge geht über die Sonnenwenden hinaus. So könnten die 56 Aubrey-Löcher beispielsweise zur Vorhersage von Finsternissen gedient haben. Durch das Verschieben von Markierungen um diese Löcher in einer bestimmten Sequenz, um den 18,6-jährigen Zyklus der Mondknoten zu verfolgen, wären genaue Finsternisvorhersagen möglich gewesen.
Darüber hinaus stimmen vier sogenannte Station Stones, die in einem Rechteck außerhalb des Hauptkreises angeordnet sind, mit den nördlichsten und südlichsten Auf- und Untergangspunkten des Mondes überein. Diese Ausrichtung tritt nur alle 18,6 Jahre auf, wenn der Mond seine Hauptstillstände erreicht.
Diese präzisen Ausrichtungen legen nahe, dass die Erbauer von Stonehenge ein tiefes Verständnis der Himmelsmechanik besaßen und stellen damit unsere Vorstellungen von prähistorischem Wissen und Können in Frage.
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